Rainer Stegmann
klassische Gitarre/classical guitar

 

Kompositionen von Rainer Stegmann

 

Hommage à Cervantes für Gitarre solo (2016), ca. 19 Min.

1. Don Q.

2. Passacaglia

3. The Fight with the Windmills

4. Sancho

UA: 7.4. 2017 Regensburg, Neupfarrkirche

Die viersätzige Suite Hommage à Cervantes erinnert an den großen spanischen Autor Miguel de Cervantes Saavedra (1547 - 1616) und seinen weltberühmten Roman "Don Qijote". Bei der Komposition ging es mir u.a. um die verschiedenen Zeitebenen in diesem Roman. Deshalb finden sich darin Anklänge an diverse Musikepochen und -stile. So ist z.B. das Hauptthema des ersten Satzes ´Don Q.` typisch für die Zeit des Frühbarock. Es beschreibt Don Quijote als einen gebildeten Menschen. Dieser driftet aber in eine Phantasiewelt der Vergangenheit ab, die durch einfache Quint- und Quartklänge dargestellt wird. Wir, die heutigen Leserinnen und Leser, werden mit einer zeitgenössischen Tonsprache dargestellt, die sich meist freitonal bewegt und auch ins Atonale abgleitet.

Der zweite Satz ist eine Passacaglia im alten Stil mit eher subtilen Neuerungen in der Harmonik. Sie dient der Beschreibung des kulturellen Umfelds von Cervantes bei der Entstehung des Romans.

Die grotesken Bemühungen Quijotes, der Windmühlen, die er für Riesen hält, Herr zu werden, und die sich ständig drehenden Windräder werden im dritten Satz durch ein musikalisches Perpetuum mobile dargestellt, nur unterbrochen durch einen Mittelteil, in dem sich der tapfere Ritter erholt, um sich dann erneut in den Kampf zu stürzen.

Der vierte Satz ist Sancho, dem treuen Begleiter Don Quijotes gewidmet. Er ist ein einfacher Bauer, ungebildet, aber mit gesundem Menschenverstand ausgestattet. ´Sancho` muss auf die Fugati im barocken Stil verzichten, enthält dafür aber harmonisch und spieltechnisch kühne Passagen, die seine Tapferkeit beleuchten, allerdings auch ängstliche, "zittrige" Momente und schließlich rockige Abschnitte, die seine Bodenständigkeit charakterisieren.

 

The Blue Light (Hommage à Jon Lord) für Violine und Gitarre (2017), ca. 14 Min.

1. Moderato

2. Lento e mesto

3. Vivace - contemplativo - vivace

UA: 7.4. 2017 Regensburg, Neupfarrkirche

Jon Lord (1941 - 2012) war ein Grenzgänger zwischen Klassik und Rock. Klassisch ausgebildet auf dem Klavier und in Komposition widmete er sich zunächst der Rockmusik und wurde mit der 1968 von ihm gegründeten Band Deep Purple weltberühmt. Gleichzeitig ließ ihn aber seine Liebe zur klassischen Musik nicht los, sodass er immer wieder versuchte beide Genres miteinander zu verbinden, z.B. in den Deep Purple-Songs  "April", "Highway Star" oder "Burn". Als besonders gelungene Verknüpfung von Klassik und Rock ist aber sein "Concerto for Group and Orchestra" (1969) zu nennen. Dieses war die wichtigste Inspirationsquelle für meine Komposition.

Der Titel The Blue Light bezieht sich auf die vielen rockigen und bluesigen Elemente, die zwischen den "klassischen", oft polyphonen Abschnitten aufscheinen. Der zweite Satz ist eine getragene Passacaglia. In der Mitte, nach einem kurzen rockigen Ausbruch zitiere ich eine kleine Melodie aus dem zweiten Satz von Lords Concerto. Der Anfang des dritten Satzes erinnert ein wenig an den Deep Purple-Song "The Unwritten Law". Vor der Reprise zitiere ich kurz einen der größten Hits der Band, "Black Night".

 

Call?Recall! für Gitarre solo (2017), ca. 9 Min.

UA: 12. 9. 2017 Regensburg, Minoritenkirche

 

Study für Gitarre solo (2017), ca. 5 Min.

 

Notturno für die gefühllos Lebenden für Gitarre solo (2017/18)

 

After Darkness für Violine und Gitarre (2019), ca. 14 Min.

1. Dark and mysterious

2. Lento - Allegro - Lento

3. Vivace - Calmo - vivace

UA: 9. 6. 2019 Regensburg, Theater

Ich begann die Komposition an einem dunklen, kalten, ungemütlichen Wintertag. Dementsprechend beginnt auch der erste Satz.
Meine Idee war auch musikalisch wieder aus dieser Dunkelheit herauszukommen, indem ich die im ersten Satz präsentierten 
Themen in den beiden folgenden Sätzen abwandle und in einen immer helleren, positiveren Kontext stelle.
Die musikalischen Themen wandern sozusagen von  der Dunkelheit ins Licht.
Wie in den meisten meiner Kompositionen gibt es auch in ´After Darkness` eine Mischung aus verschiedenen Stilen.
Tonal freie Abschnitte wechseln sich mit tonalen und streng kontrapunktische mit quasi improvisatorischen und rockigen
ab.

 

 

 

 

Zwei neue Videos:

Rainer Stegmann - aus: ´Hommage à Cervantes`

´The Fight with the Windmills` und ´Sancho`, s. Audio/Video u. Kompositionen

 

Uraufführung von ´After Darkness` am 9. 6. 2019 im Theater Regensburg, s. News u. Konzerte/Concerts

 

Shakespeare/Henze-Projekt ´Royal Winter Music` am 19. 11. 2019 an der Uni Regensburg, s. News u. Konzerte/Concerts


 

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