Rainer Stegmann

Gitarrist und Komponist/Guitarist and composer



Werke/Works

 


Wolkenstein für Blockflöten und Schlaginstrumente, 2021, ca. 4 Min.


Fantasie über Mozarts ´Stück für ein Orgelwerk` KV 594  

für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello, 2021, ca.  3 Min.


Hommage à Chick Corea  für Vibraphon und Gitarre/for vibraphone and guitar, 2021,  ca. 6 MIn.


Conversation  für Orchester/for orchestra, 2021, ca. 10 Min., s.  Audio

In diesem Werk für großes Orchester geht es vordergründig um eine Unterhaltung zwischen verschiedenen Orchestergruppen. Wie meistens unter Menschen geht es da nicht immer nur harmonisch zu. Im übertragenen Sinne beschreibt Conversation die Auseinandersetzung unter Menschen generell, z.B. in Diskussionen, politischen Debatten und Talkshows. Irgendwann läuft alles mehr oder weniger aus dem Ruder, bis sich alle wieder beruhigen und daraufhin das Ganze wieder von vorne losgeht. Ein humoristisches Stück, in dem es menschelt.


Say Yes To Life  für Violine solo/for solo violin, 2021, ca. 2 Min.

Diese Komposition entstand für das Videoprojekt  ´Aus dem Lockdown` (s.  News) und ist der Geigerin Katharina Strobel gewidmet, die das Werk für das Projekt aufgenommen hat. S. Video



Tributes
  für Violine und Gitarre/for violin and guitar, 2021, ca. 13 Min.


1. A Tribute to John Mclaughlin

2. A Tribute to Gentle Giant

3. A Tribute to Jethro Tull


Ausschnitte aus der Partitur sind auf dieser Seite ganz unten zu sehen./You can find some parts of the score on this page below.



Summer Night In An Old Town 


2 Fassungen: 1. Gitarre und Streichquartett, 2. Orchester/2 versions: 1. Guitar and String Quartet, 2. Orchestra, 2020/21, ca. 14 Min.

1. Walking through the town

2. Cathedral, Castle & Bridge

3. Rocking the town in the night

UA der Fassung für Gitarre und Streichquartett: 16. 7. 2021 Regensburg, Don Bosco Zentrum, Andrei Ciobanu und Beatrix Leinhäupl, Violine, Katharina Hippert, Viola, Tomasz Skweres, Violoncello, Rainer Stegmann, Gitarre


Zu dieser Komposition wurde ich angeregt, als ich an einem Sommerabend durch meine Heimatstadt Regensburg ging. Man kann dort immer wieder Neues entdecken, Althergebrachtes und Modernes, unterschiedliche Kulturen und Nationalitäten, eine wunderbare Vielfalt. Mal kommt man an einem alten Gebäude vorbei und erinnert sich an die bedeutsame Geschichte der Stadt, doch dann geht man weiter und hört laute Rock- oder Jazzmusik aus einer Kneipe, schließlich wieder Stille und dann Orgelklänge oder Barockmusik aus einer Kirche. All das spiegelt sich in diesen drei Sätzen.

Von der Fassung für Orchester wurde eine Aufnahme für virtuelle Instrumente auf YouTube veröffentlicht. Hier kann auch die Partitur mitgelesen werden. S. Video

I got the inspiration for this composition when I went through my hometown Regensburg on a summer evening. You can always discover new things there, traditional and modern, different cultures and nationalities, a wonderful diversity. Sometimes you pass an old building and remember the important history of the city, but then you continue listening to loud rock or jazz music from a pub, finally silence again and then organ sounds or Baroque music from a church. All this is reflected in these three movements.

There is a recording of the orchestral version on YouTube, created for virtual instruments. You can read the score when listening to the music. S. Video



After Darkness für Violine und Gitarre/for violin and guitar (2019), ca. 14 Min.

1. Dark and mysterious

2. Lento - Allegro - Lento

3. Vivace - Calmo - vivace

UA: 9. 6. 2019 Regensburg, Theater, Beatrix Leinhäupl, Violine, Rainer Stegmann, Gitarre

Ich begann die Komposition an einem dunklen, kalten, ungemütlichen Wintertag. Dementsprechend beginnt auch der erste Satz. Meine Idee war auch musikalisch wieder aus dieser Dunkelheit herauszukommen, indem ich die im ersten Satz präsentierten Themen in den beiden folgenden Sätzen abwandle und in einen immer helleren, positiveren Kontext stelle. Die musikalischen Themen wandern sozusagen von der Dunkelheit ins Licht.

Wie in den meisten meiner Kompositionen gibt es auch in ´After Darkness` eine Mischung aus verschiedenen Stilen. Tonal freie Abschnitte wechseln sich mit tonalen und streng kontrapunktische mit quasi improvisatorischen und rockigen ab.

I started the composition on a dark, cold, uncomfortable winter day. Accordingly, the first movement begins. My idea was to get out of this darkness musically by changing the themes presented in the first movement in the following two movements and putting them in an increasingly lighter, positive context. The musical themes wander from the darkness into the light, so to speak.

As in most of my compositions, there is a mixture of different styles in After Darkness. Tonal-free sections alternate with tonal and strictly contrapuntal with quasi-improvisational and rocky.

Hörbeispiele s.  Audio /Audio examples s.  Audio


Notturno für die gefühllos Lebenden für verstärkte Gitarre/for amplified guitar (2017/18), ca. 5 Min.

Diese Komposition erinnert vom Titel her an Notturno für die trauerlos Sterbenden des Frankfurter Komponisten Rolf Riehm aus dem Jahr 1977, dessen beeindruckende Uraufführung an der Frankfurter Musikhochschule durch den Gitarristen Helmut Oesterreich ich als junger Student miterlebt habe. Riehms Stück nimmt Bezug auf die damalige heftige öffentliche Debatte, wie mit den im Stuttgarter Gefängnis gestorbenen RAF-Terroristen umzugehen sei. Der Stuttgarter OB wollte sie bestatten lassen, bekam aber massiven Widerstand und Drohbriefe. Der Ton wurde immer rauher, und es kamen Sätze aus der Bevölkerung wie zum Beispiel "Werft sie in die Kläranlage!" Riehm sympathisierte keineswegs mit den Terroristen, aber er wollte darauf hinweisen, dass auch die schlimmsten Verbrecher ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Begräbnis haben.

Musikalisch hat Riehms Notturno mit meinem nichts gemeinsam, aber auch ich nehme Bezug auf Unmenschlichkeit. Gerade in der derzeitigen Corona-Situation nehme ich einen immer stärker werdenden Egoismus wahr. Viele glauben am schlimmsten betroffen zu sein und sehen nicht, dass es anderen noch viel schlechter geht. Diese mangelnde Empathie ist gefährlich und töricht zugleich, denn wir werden nur gemeinsam aus dieser Krise wieder herauskommen. Gefühllose Menschen sind die Hauptursache für den Unfrieden in der Welt. Mein Stück ist daher düster und teilweise schroff gehalten und schont weder Zuhörer noch Interpreten.

Das Werk wurde mittlerweile überarbeitet. Aufnahme der neuen Fassung/Recording of the new version s.  Audio


Study für verstärkte Gitarre/for amplified guitar (2017), ca. 5 Min.

Dieses Stück ist für fortgeschrittene GitarristInnen gedacht. Die Schwierigkeit liegt vor allem im Umstimmen der drei Basssaiten vor dem Mittelteil und dem Zurückstimmen vor dem Schlussteil. Die Skordatur ist in das Stück hineinkomponiert.

Ein Ausschnitt aus der Partitur ist auf dieser Seite ganz unten zu sehen./You can find a part of the score on this page below.

Neue Aufnahme/New Recording s.  Audio 


Call?Recall! für Gitarre solo/for solo guitar (2017), ca. 9 Min.

UA: 12. 9. 2017 Regensburg, Minoritenkirche, Rainer Stegmann, Gitarre

Das Stück entstand für das internationale Festival REVERB am 12. 9. 2017 in der Minoritenkirche in Regensburg. Diese Kirche ist bekannt für ihren langen Nachhall. Die Idee war, einen ganzen Tag lang (vom frühen Morgen bis zum späten Abend) im stündlichen Wechsel unterschiedliche Musik erklingen zu lassen, die in diesen besonderen akustischen Gegenheiten besonders gut zur Geltung kommt. Der Titel Call?Recall! verrät, worum es geht: ein Frage- und Antwortspiel, nicht nur durch Abstufungen in der Dynamik und durch verschiedene Tonlagen sondern auch durch Echos, hervorgerufen durch den langen Nachhall. Das Stück kann durchaus auch in Räumen ohne besondere Hallwirkung aufgeführt werden, aber seinen speziellen Reiz entfaltet es nur in Kirchen, Schlössern und in besonders konstruierten Räumen. 

Ein Ausschnitt aus der Partitur ist auf dieser Seite ganz unten zu sehen./You can find a part of the score on this page below.


The Blue Light (Hommage à Jon Lord) für Violine und Gitarre/for violin and guitar (2017), ca. 14 Min.

1. Moderato

2. Lento e mesto

3. Vivace - contemplativo - vivace

UA: 7.4. 2017 Regensburg, Neupfarrkirche, Beatrix Leinhäupl, Violine, Rainer Stegmann, Gitarre

Jon Lord (1941 - 2012) war ein Grenzgänger zwischen Klassik und Rock. Klassisch ausgebildet auf dem Klavier und in Komposition widmete er sich zunächst der Rockmusik und wurde mit der 1968 von ihm gegründeten Band Deep Purple weltberühmt. Gleichzeitig ließ ihn aber seine Liebe zur klassischen Musik nicht los, sodass er immer wieder versuchte beide Genres miteinander zu verbinden, z.B. in den Deep Purple-Songs  "April", "Highway Star" oder "Burn". Als besonders gelungene Verknüpfung von Klassik und Rock ist aber sein "Concerto for Group and Orchestra" (1969) zu nennen. Dieses war die wichtigste Inspirationsquelle für meine Komposition.

Der Titel The Blue Light bezieht sich auf die vielen rockigen und bluesigen Elemente, die zwischen den "klassischen", oft polyphonen Abschnitten aufscheinen. Der zweite Satz ist eine getragene Passacaglia. In der Mitte, nach einem kurzen rockigen Ausbruch zitiere ich eine kleine Melodie aus dem zweiten Satz von Lords Concerto. Der Anfang des dritten Satzes erinnert ein wenig an den Deep Purple-Song "The Unwritten Law". Vor der Reprise zitiere ich kurz einen der größten Hits der Band, "Black Night".

Ein Ausschnitt aus der Partitur ist auf dieser Seite ganz unten zu sehen.

Jon Lord (1941 - 2012) was a cross-border cross between classical and rock. Classically trained on the piano and in composition, he first devoted himself to rock music and became world famous with the band Deep Purple, founded by him in 1968. At the same time, however, he didn't let go of his love for classical music, so he tried to connect both genres again and again, for example in the Deep Purple songs "April," "Highway Star" or "Burn." However, his "Concerto for Group and Orchestra" (1969) is a particularly successful combination of classical and rock. This was the most important source of inspiration for my composition. The title The Blue Light refers to the many rocking and bluesy elements that appear between the "classic," often polyphonic sections. The second movement is a dark Passacaglia. In the middle, after a short rocking outbreak, I quote a small melody from the second movement of Lords Concerto. The beginning of the third movement is a little reminiscent of the Deep Purple song ´The Unwritten Law`. Before returning to the beginning I briefly quote one of the band's biggest hits, Black Night.

You can find a part of the score on this page below.



Hommage à Cervantes für Gitarre solo/for solo guitar (2016), ca. 19 Min.



1. Don Q.  

2. Passacaglia  

3. The Fight With The Windmills s.  Video

4. Sancho s.  Video


UA: 7.4. 2017 Regensburg, Neupfarrkirche, Rainer Stegmann, Gitarre

Die viersätzige Suite Hommage à Cervantes erinnert an den großen spanischen Autor Miguel de Cervantes Saavedra (1547 - 1616) und seinen weltberühmten Roman "Don Qijote". Bei der Komposition ging es mir u.a. um die verschiedenen Zeitebenen in diesem Roman. Deshalb finden sich darin Anklänge an diverse Musikepochen und -stile. So ist z.B. das Hauptthema des ersten Satzes ´Don Q.` typisch für die Zeit des Frühbarock. Es beschreibt Don Quijote als einen gebildeten Menschen. Dieser driftet aber in eine Phantasiewelt der Vergangenheit ab, die durch einfache Quint- und Quartklänge dargestellt wird. Wir, die heutigen Leserinnen und Leser, werden mit einer zeitgenössischen Tonsprache dargestellt, die sich meist freitonal bewegt und auch ins Atonale abgleitet.

Der zweite Satz ist eine Passacaglia im alten Stil mit eher subtilen Neuerungen in der Harmonik. Sie dient der Beschreibung des kulturellen Umfelds von Cervantes bei der Entstehung des Romans.
Die grotesken Bemühungen Quijotes, der Windmühlen, die er für Riesen hält, Herr zu werden, und die sich ständig drehenden Windräder werden im dritten Satz durch ein musikalisches Perpetuum mobile dargestellt, nur unterbrochen durch einen Mittelteil, in dem sich der tapfere Ritter erholt, um sich dann erneut in den Kampf zu stürzen.

Der vierte Satz ist Sancho, dem treuen Begleiter Don Quijotes gewidmet. Er ist ein einfacher Bauer, ungebildet, aber mit gesundem Menschenverstand ausgestattet. ´Sancho` muss auf die Fugati im barocken Stil verzichten, enthält dafür aber harmonisch und spieltechnisch kühne Passagen, die seine Tapferkeit beleuchten, allerdings auch ängstliche, "zittrige" Momente und schließlich rockige Abschnitte, die seine Bodenständigkeit charakterisieren.

The four-movement suite Hommage à Cervantes is reminiscent of the great Spanish author Miguel de Cervantes Saavedra (1547 - 1616) and his world-famous novel Don Quixote. The composition was about the different time levels in this novel, among others. That's why it contains echos of various musical epochs and styles. For example, the main theme of the first movement 'Don Q.' is typical of the early Baroque period. It describes Don Quixote as an educated person. However, this drifts into a fantasy world of the past, which is represented by simple quint and quartar sounds. We, today's readers, are portrayed with a contemporary sound language that usually moves freely and also slides into the atonal.
The second movement is an old-style Passacaglia with rather subtle innovations in harmony. It serves to describe the cultural environment of Cervantes at the origin of the novel.
The grotesque efforts of Quixote, the windmills, which he considers to be giants, to master, and the constantly rotating wind turbines are represented in the third movement by a musical perpetuum mobile, only interrupted by a middle part in which the brave knight recovers and then plunge into battle again.
The fourth movement is dedicated to Sancho, the faithful companion Don Quixotes. He is a simple farmer, uneducated, but equipped with common sense. 'Sancho' has to do without the Fugati in Baroque style, but it contains harmoniously and playfully bold passages that illuminate his bravery, but also anxious, "trembling" moments and finally rocky sections that characterize his down-to-earthness.



 
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